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Parkende Freizeitnutzer am Bodenheimer Polder können aufatmen

Gut zu sehen ist die neu hergestellte Parkplatzfläche. Diese befindet sich direkt neben der Gewerbestraße und unmittelbar vor dem Poldereingang und garantiert „knollenfrei“!!
Gut zu sehen ist die neu hergestellte Parkplatzfläche. Diese befindet sich direkt neben der Gewerbestraße und unmittelbar vor dem Poldereingang und garantiert „knollenfrei“!!

Gemeinde Bodenheim beseitigt Konflikt

In den letzten Monaten hatte sich für die Öffentlichkeit kaum bemerkt am Bodenheimer Polder –nahe am Bodenheimer/Nackenheimer Kreisel des B 9-Zubringers- immer mehr ein spezielles Parkproblem zugespitzt.

Das gut ausgebaute Wegenetz und das dortige Naturerlebnis zieht ganzjährig immer mehr Besucher an. Radfahrer, Spaziergänger, Inliner- und Laufsportler haben das attraktive Polder-Areal zwischen Bodenheim und Laubenheim inzwischen als neues Erlebnis-Areal entdeckt. Dies führt auch dazu, dass eine direkt hinter der Polderzufahrt geschotterte Fläche für viele dort nach Parkraum suchenden Freizeitnutzer als geeignete Parkfläche betrachtet und auch letztlich genutzt wurde.
Diese Fläche liegt jedoch bereits innerhalb der landeseigenen Deichanlagen und ist für den öffentlichen Verkehr gänzlich gesperrt. Trotz der eindeutigen Beschilderung (Verkehrszeichen-Nr. 250: „Verbot der Durchfahrt“) wurde die dort geschotterte Fläche häufig von Pkw-Führern als Parkfläche genutzt.

Es liegen seitens der Behörden drei Gründe für das dortige Parkverbot vor:


  1. Dort abgestellte Fahrzeuge behindern die ganzjährige Pflege der dortigen Deichanlagen.

  2. Zudem ist zu befürchten, dass bei den notwendigen Unterhaltungsarbeiten (z.B. Mähen und Mulchen) dort abgestellte Fahrzeuge zu Schaden kommen könnten.

  3. Die sich für Parkzwecke scheinbar anbietende Schotterfläche wurde eigens für die im Poldergebiet bewirtschaftenden landwirtschaftenden Betriebe als Spitzkehr-Wendeweg hergestellt. Aus diesem Grund behinderten in der Vergangenheit dort parkende Pkw den landwirtschaftlichen Wegeverkehr erheblich.



Die Zunahme der dort zu beobachtenden regelwidrigen Parkvorfälle bewog den Betreiber der landeseigenen Deichanlagen zur endgültigen Schließung der Polderzufahrt mittels Schrankenanlage. Die von dieser Maßnahme wiederum in ihrer Nutzung eingeschränkten landwirtschaftlichen Nutzer legten dagegen Protest ein.

Dass der hierdurch anstehende Wegfall von benötigtem Parkraum gerade bei den dort Parkplatz-suchenden Freizeit-Nutzern auf wenig Begeisterung stoßen würde, lag auch auf der Hand.

Nach gemeinsamer Behördenabstimmung zwischen Vertreter des Landes (SGD-Deichverwaltung), der Polizei, der VG-Verkehrsbehörde, der Vertreter der örtlichen Landwirtschaft sowie der Ortsgemeinde war man sich einig, dass einzig die Schaffung neuer und ortsnaher Parkplatzflächen außerhalb des geschützten Polderareals das Problem lösen kann.

Binnen weniger Wochen wurde im Zusammenwirken zwischen Kreis- und Verbandsgemeindeverwaltung und der Ortsgemeinde Bodenheim das Problem faktisch beseitigt. Auf einer in Eigentum der Ortsgemeinde befindlichen Fläche direkt vor dem Polder-Eingang wurde durch Haushaltsmittel der Ortsgemeinde Bodenheim (mittlerer vierstelliger €-Betrag) eine geschotterte Ersatz-Parkfläche hergestellt. Weiterhin wurde zusätzlich an die sich daran angrenzenden Längsparkplätze an der Gewerbestraße „Lange Ruthe“ parallel verlaufende Schotterstreifen hergestellt, die diese Parkboxen besser nutzbar machen. Mit einer noch deutlicheren Beschilderung wurden einerseits das Durchfahrtsverbot und gleichzeitig die neu geschaffene Parkfläche nochmals besser gekennzeichnet.

Mit diesem Maßnahmenpacket hoffen die zuständigen Behörden nunmehr auf Einhaltung der ausgeschilderten Verkehrsvorschriften durch die Pkw-Führer. Sowohl Orts- und Verbandsgemeindeverwaltung fordern die Pkw-Halter auf ihre Fahrzeuge im besagten Polder-Bereich nicht mehr ordnungswidrig abzustellen, womit auch auf weitergehende Maßnahmen verzichtet werden kann.

Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig: „Wir können inzwischen froh und dankbar darüber sein, wie positiv sich die Akzeptanz und der Freizeitwert dieser Polderanlage bei der Bevölkerung entwickelt haben. Auch aus diesem Grunde war mir sehr viel an der Lösungsfindung gelegen.“

Laut Ortsbürgermeister sind große Teile der Fachausschüsse und des Rates weiterhin skeptisch, ob die Pkw-Halter die alternative Parkfläche auch wirklich annehmen. Für Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig ist es der Versuch allemal wert, auch wenn dies die Gemeinde einiges Geld gekostet hat; er setzt vor allem auf die Einsicht und die Vernunft der dort Park-Suchenden.

Artikel verfasst: 19.10.2016