Dass Starkregen auch in Bodenheim beträchtliche Schäden anrichten kann, und zwar auch an Häusern, die nicht in einer klassischen Hochwasserzone liegen, wissen die Bodenheimer spätestens seit dem letzten heftigen Starkregenereignis im Juli 2023. Was die Ortsgemeinde seitdem getan hat und für die Zukunft plant, damit Bodenheim vor Starkregen besser geschützt ist und was jede/r einzelne tun kann, um das eigene Haus und Eigentum „starkregensicher“ zu machen, war Gegenstand eines Thementages Starkregenvorsorge, der am Samstag, den 27.06.2026 von 10-14 Uhr im Bürgerhaus Dolles stattfand und auf große Resonanz stieß.
Ein zentrales Fazit: Vorsorge kostet Geld und Mühe, Nichtstun kann aber deutlich teurer werden. Der Klimawandel ist nämlich längst in Rheinhessen angekommen und mit jedem Zehntelgrad mehr an Erderwärmung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen wie Starkregen.
Starkregenvorsorge ist dabei eine Gemeinschaftaufgabe, die Kommunen und BürgerInnen gemeinsam stemmen müssen. Die VG Bodenheim hat deshalb ein Starkregenkonzept erarbeiten lassen. Die Ortsgemeinde Bodenheim setzt kurzfristig eigene Maßnahmen zum Schutz um, beispielsweise die Umleitung von Wasser aus den Weinbergen oberhalb der neuen Bebauung am Leidheckenweg. Geplant ist zudem der Umbau des Dollespark, u.a. durch eine Erweiterung des bestehenden Regenrückhaltebeckens. Erste Elemente des sogenannten Schwammstadt-Konzeptes (bzw. Konzeptes der „wassersensiblen Stadt“) werden damit für Bodenheim aufgegriffen und umgesetzt. Der gesamte Dollespark wird hier einbezogen. Niederschlag aus den Weinbergen wird im Park gesammelt, kann versickern oderwird erst stark verzögert Richtung Zwerchgasse abgeführt. Mit Unterstützung der VG sollen die Planungen noch dieses Jahr abgeschlossen werden, damit die Maßnahmen 2027 umgesetzt werden kann.
Allerdings stößt das kommunale Handeln an enge finanzielle Grenzen. Manche Vorschläge des Planungsbüros kosten Millionen und sind für die OG Bodenheim alleine nicht finanzierbar.
Auch deshalb ist die Eigenvorsorge wichtig. Beim Thementag Starkregevorsorge waren deshalb Experten des Hochwasser Kompetenz Centrum e.V. aus Köln vor Ort, die vorführten, mit welchen Objektschutzmaßnahmen das eigene Haus starkregensicherer gemacht werden kann.
Wie relevant solche Schutzmaßnahmen sind, kann jeder einzelne gut ermitteln, indem er die Software HydroZwilling nutzt, die das Land Rheinland-Pfalz kostenlos zur Verfügung stellt. Sinnvoll ist auch genau zu prüfen, ob die eigene Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung Schäden durch Starkregen abdeckt. Die Verbraucherzentralen der Bundesländer stellen diesbezüglich Materialien bereit bzw. bieten Beratung an.
Mein herzlicher Dank für die tolle Unterstützung bei der Planung und Realisierung der Veranstaltung geht an das Hochwasser Kompetenz Centrum e.V., unseren Ortsbürgermeister Jens Mutzke und vor allem an Dr. Cornelia Frings und Elke Meckel.
Heidi Veit-Gönner
Beigeordnete für Umwelt und Mobilität, Kultur, Ehrenamt und Tourismus
Artikel verfasst: 21.08.2026